Kategorie: Landesgruppe HH-SH-NI (Nord)

Beiträge der Landesgruppe Hamburg, Schleswig-Holstein und Nord-Niedersachsen

Landesgruppe Hamburg / Schleswig Holstein / Nordniedersachsen /Mecklenburg Vorpommern – Vortrag über das Memel-Land wird verschoben

„Aufgrund der aktuellen Wetterlage fällt das Treffen der Landesgruppe Hamburg, am Samstag, 21. Februar 2026 im Best Western Plus Hotel St. Raphael, Adenauerallee 41 in 20097 Hamburg, aus. Der Vortrag über das Memel-Land von Klaus Lange wird später im Jahr nachgeholt! Wir informieren Sie rechtzeitig über einen neuen Termin.“

                                                                                    Dr. Eckhard Schlemminger und Florian de Leur

Landesgruppe Hamburg / Schleswig Holstein / Nordniedersachsen /Mecklenburg Vorpommern lädt ein -Vortrag über das Memel-Land

Das Memelland ist keine historische Provinz, sondern war ursprünglich Teil Ostpreußens. Es entstand erst 1920 durch die Abtretung vom Deutschen Reich. Trotzdem hat das Memelland einen anderen Charakter als Kern-Ostpreußen. Es hat eine eigene Geschichte mit stärkerem Bezug zu den baltischen Staaten. Viele Menschen sprachen litauisch, einige kurisch, obwohl sie sich als Deutsche fühlten. Das hat auch zu Unterschieden bei der Integration der Salzburger geführt – verglichen mit Kern-Ostpreußen.

Das Ehepaar Klaus und Helga Lange – mit Vorfahren aus dem Memelland und vielen Salzburger aber auch litauischen Wurzeln – wird beim Februar-Treffen der Landesgruppe Hamburg über diesen Teil Ostpreußens referieren.

Gäste sind herzlich willkommen.

Samstag den, 21.Februar im Hotel St. Raphael in Hamburg

Klaus Lange

Adventstreffen am 6. Dezember im Hotel St. Raphael in Hamburg

Die Treffen unserer Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein/Nordniedersachsen an einem Dezember – Samstag im Advent haben eine lange Tradition: ein Programm aus vorgetragenen Gedichten, gelesenen vorweihnachtlichen Texten und gesungenen Liedern zur Weihnacht kann es bewirken, unsere Mitglieder harmonisch in den Beginn der Weihnachtszeit einzustimmen. Unsere Adventfeier am 6. Dezember fällt mit dem Nikolaus-Tag zusammen.

Wir hören einen Text, in welchem erläutert wird, „wie lange dauert die Adventzeit?“: Im Kirchenjahr beginnt die Adventszeit mit der Vesper am Vorabend des ersten Adventssonntags, der zugleich den Anfang des Kirchenjahres markiert, und endet am Heiligen Abend vor der Weihnachtsvesper.

Die Zeitspanne des Adventes (Ankunft des Herrn) hängt davon ab, auf welchen Wochentag der 24. Dezember fällt. Im Jahr 1038 war eine Synode einberufen, die den Beschluss fasste, dass der erste Advent frühestens am 27. November und spätestens am 3. Dezember eines Jahres begangen werden sollte. Die kaiserliche Regelung vor nunmehr fast eintausend Jahren, später vom Konzil zu Trient (1543-1563) bestätigt, und deren Rechtsverbindlichkeit dann 1570 durch Papst PIUS V. erfolgte, hat uns also vor einem möglichen fünften Adventssonntag bewahrt. – Mit dem Nikolaus-Tag vor dem 2. Advent haben wir einen passenden Tag für unser Treffen im gastlichen, bestens restaurierten Seminar-Raum im Hotel St. Raphael gefunden.

Auch in 2026 werden unsere Treffen hier stattfinden!

Mit kleinen Nikolaus-Geschenken erfreuen wir zehn Teilnehmer unsere Herzen. Gesang der alten Weihnachtslieder erinnert uns an selige Stunden der Kindheit im Familien-Kreis.

Eine besondere Freude ist die Anwesenheit unserer Jubilarin Juditha Braemer, die am 29. Oktober ihren 100. Geburtstag erleben durfte. Mit einem Schlückchen „Danziger Goldwasser“ dürfen wir auf das Wohl der Danzigerin anstoßen. – Und unser Geschenk Original „Marillen-Likör“ aus dem Salzburger Land ist eine sehr gelungene Überraschung. Über die Sinngebung des Weihnachtsfestes h e u t e zitieren wir ein paar kluge Texte früherer Staatsmänner: Walter Scheel und explizit Norbert Lammert: „Anbetung der Magier“- gemeint sind die‚ drei Könige aus dem Morgenland“ an der Krippe im „Stall zu Bethlehem“: in der an Bildern und Geschichten reichsten Zeit des Kirchenjahres werden uns Haltungen vor Augen geführt, mit denen Menschen sich auf Neues, bislang Undenkbares auf einen Neuanfang einlassen.Die drei Heiligen kehren unverrichteter Dinge in ihre Heimat zurück und schließen ein Abkommen, die die frohe Botschaft allen Menschen guten Willens verheißen soll: sie tauschen ihre Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe gegen Frieden, Freiheit und Brüderlichkeit.

Diese Gedanken können vielleicht auch zum Weihnachtsfest 2025 Wünsche der Menschheit erfüllen!

Die Termine für das Jahr 2026 sind: 21.02.2026, 9.05.2026, 10.10.2026 und 5.12.2026 Am Samstag den, 21.Februar, lädt unsere Landesgruppe zu einem Vortrag von unserem Mitglied Klaus Lange (Lübeck), über das Memel-Land ein.

Gäste sind herzlich willkommen.

Dr. Eckhard Schlemminger

Besuch aus den Landesgruppen Niedersachsen und Berlin / Brandenburg

Bei unserem regulären Herbst-Treffen der Landesgruppe Hamburg im Hotel St. Raphael in Hamburg am Samstag, 11. Oktober 2025 hatten wir Besuch von Hannah Schwarz-Kaschke mit Ihrem Mann Christian Oelrichs aus der Landesgruppe Niedersachsen sowie von Thomas Neubacher mit seiner Frau Kerstin Dankhoff aus der Landesgruppe Berlin / Brandenburg.

Florian de Leur hatte die große Ehre unseren Landesgruppenleiter Dr. Schlemminger bei diesem Treffen zu vertreten, da Dieser aus gesundheitlichen Gründen diesmal leider nicht teilnehmen und das Herbst-Treffen leiten konnte.

Auf unserem Programm für dieses Herbst-Treffen stand diesmal ein Vortrag zu Erfahrungen mit der Familienforschung von Thomas Neubacher. Zunächst jedoch informierten Thomas Neubacher und Florian de Leur, als Mitglieder des Vorstands unseres Vereins, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Treffens über das aktuelle Vereinsgeschehen. Im Anschluss konnten wir uns gemeinsam sehr konstruktiv und intensiv austauschen und ein paar gute Vorschläge mit in die nächste, am 8. November 2025, geplante Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung in Bielefeld mitnehmen.

Unmittelbar danach hat uns Thomas Neubacher seinen sehr interessanten und spannenden Vortrag über seine Familienforschung und der Suche nach seinen Vorfahren gehalten. Dabei ist er vor allem darauf eingegangen, wie der jetzige Stand und die Ausgangslage seiner genealogischen Recherchen sind, welche Herangehensweisen er favorisiert und welche Ziele er verfolgt. Der Vortrag zeigte zusammenfassend, welche vielfältigen Möglichkeiten die Familienforschung heute bietet, welche Suchstrategien sinnvoll sind und welche Quellen genutzt werden können.

Besonders wurde deutlich, dass uns durch das Internet inzwischen zahlreiche fundierte und verlässliche Quellen zur Verfügung stehen, die die Recherche deutlich erleichtern und erweitern. Angesichts der enormen Datenmengen wäre es zudem sinnvoll, mit Menschen mit gleichen oder ähnlichen Zielen zusammenzuarbeiten und – unter Berücksichtigung von Sicherheit und Datenschutz – gemeinsam auf Datenbanken zuzugreifen, um Informationen effizienter zu bündeln und auszutauschen.

Die Landesgruppe Hamburg bedankt sich sehr bei Thomas Neubacher für seinen anschaulichen Vortrag, seinen Gästen für den Besuch und freut sich auf weiteren regen Austausch zwischen den Landesgruppen.

Thomas Neubacher und Florian de Leur

„Man muss es so einrichten, dass einem das Ziel entgegenkommen“

Dieses Mal weder FONTANE, noch die Mark Brandenburg, sondern der Emigrations-Weg zweier Züge der Salzburgischen Emigranten 1731/32 nach Preußisch-Litauen – mit Fähr- Übersetzen über die damals viel weiter westlich verlaufende Oder – sind das Ziel einer Wochenend-Exkursion der Landesgruppe Berlin-Brandenburg im Salzburger Verein e. V. .

Beim Jahrestreffen im Juni in Bischofshofen entdeckte ich nur wenige Berliner Teilnehmer, so dass ich sehr bald der Einladung von Herrn Burchard und seiner Landesgruppe zur Fahrt nach Bad Freienwalde am 24.08.24 – mit inhaltsreichem Programm folgen konnte.

Ich halte es nach meinem Studium in „Chronik der Marschzüge“ von Norbert Stein 2011 für denkbar, dass meine Vorfahren SCHLEMMINGER (M a s c h l) in der >6. Parthie zu Lande<, in den Zügen XIV und XV nach Brandenburg-Preußen – auf dem Landwege mit Wagen und Pferden – den Emigrationsweg über Freienwalde gegangen sind.

Ich zitiere aus der Chronik (Seite 523 ff):
1732
BERLIN
(Kurmark, zu Brandenburg-Preußen, Mittelmark)
Abmarsch mit 109 Wagen und 189 Pferden – GÖCKING II: 436 Personen. Möglicherweise bestanden schon beim Abmarsch 2 Trupps.
17.09. –
Werneuchen
18.09. –
Freienwalde : Kollekte erbringt 13 Thaler und etliche Groschen. Im Göcking II: kein Hinweis, ob es in Freienwalde auch Übernachtungen gegeben hat.
19.09.:
Oder-Überfahrt : Fährpächter und Fährknechte zeigen sich unwillig, eine Fähr -Gratisleistung zu erbringen. Amtmann Tornarius aus Zehden bezahlt die Überfahrt mit 8 Thalern aus seinen Mitteln: in die
Neumark. Cüstrinchen
(heute polnisch Stary Kostrzynek): Liebreiche Aufnahme, Verpflegung mit Speis und Trank; gutes Nachtquartier.
20.09.
Zehden: Sehr gute Aufnahme, beste Verpflegung. Kollekte erbringt 30 Thaler, 16 Groschen, 1 Dreier; die Emigranten laufen freudig vor dem Bildnis des Königs Friedrich Wilhelm I. in den Stuben auf dem Amt zusammen. Es erfolgt ein Brief nach Berlin mit der Bitte um Übersendung weiterer Salzburger. Der weitere Verlauf dieses Emigrationsweges der 6. Partie zu Lande geht weiter in das Herzogtum Pommern. Dann in das Herzogtum Pommerellen/Königreich Polen. Hier im katholischen Gebiet, mit Eskorte einer Kompanie Dragoner, weiter über Stargard, Marienwerder, Preußisch Holland, durch das Fürstentum Ermland (Polen); weiter in evangelisches Gebiet Heiligenbeil, Brandenburg, Königsberg

Teile der 6. Parthie zu Lande ziehen nach Tilsit weiter. – Der weitere Emigrationsweg meiner Schlemminger-Vorfahren nach
Baragehlen, Kreis Pillkallen, Nähe zum Kirchspiel Schirwindt, geht aus dieser Chronik der Marschzüge nicht mehr hervor.

Es ist ungewiss, wie die Berlin-Brandenburger Gruppe der ‚Salzburger‘ unseren Besuch aus Hamburg wahrnimmt – eigentlich habe ich mich selbst eingeladen, da mich die Region Eberswalde und Bad Freienwalde interessiert. Ich mache auch immer Werbung für Besuche der Landesgruppen untereinander. Die Berliner Gruppe weist ähnlich meiner LG Nord noch die größte MG-Zahl auf. Ich habe Herrn Burchard immer zu Aktivitäten und zu schriftlichen Beiträgen ermuntert – er ist ein würdiger, engagierter Nachfolger von Herrn Berger, der wegen chronischer Erkrankung seine Funktion als Obmann rechtzeitig an Herrn Burchard als seinen Nachfolger abgegeben hat. Ich habe meine Teilnahme telefonisch zugesagt, mir eine Fahrkarte besorgt und ein Hotel in Berlin gebucht. In Lichterfelde Ost hat Konrad Urban das Hotel „Miles“ gefunden, und ich habe das letzte freie Einzelzimmer erwischt. So kann ich die Freunde Konrad & Helmut im nahen Lankwitz treffen. Bad Freienwalde kann ich am 24. 08. Auch sehr bequem mit Regional-Zügen ab Lichterfelde Ost erreichen.

Die Salzburger treffen sich um 11:00 Uhr in Bad Freienwalde in der Stadtpfarrkirche St. Nikolai. Ich konnte aus meiner Gruppe Frau Bergholter (Lüneburg/Berlin-Mitte) zur Teilnahme motivieren, so dass wir zu zweit als Gäste der Berliner Gruppe teilnehmen können.- Schon auf dem Bahnhof Bad Freienwalde erkennen wir viele der uns vertrauten Berliner. – Die Bahnhofstrasse aufwärts in der sehr freundlich anmutenden Stadt gelangt man am aufstrebenden Markt direkt auf die hoch oben ruhende mächtige Nikolai-Kirche in rotem Backstein, die einladend ihre Pforten für uns geöffnet hat. Ein junger Mann dieser Kirche begrüßt uns und erklärt uns später die Baugeschichte der Kirche. Für uns ist immer interessant das 18. Jh., als die Salzburger zwei Emigrantenzüge Freienwalde als Tagesziel erreichten, hier betreut wurden, um am nächsten Tag über die ‚alte‘ Oder mit Fähren überzusetzen. Wir sind beeindruckt vom Renaissance Hochaltar, zwei barocken Epitaphen, einem sehr alten Taufbecken aus den 13. Jh., einer imposanten großen Orgelempore und einer gut restaurierten (SAUER/Walter) Orgel – leider ohne eine heutige Orgel-Musik. – Anstelle einer Predigt trägt ein MG der Berliner Salzburger Gedanken über die Bergpredigt vor: „Selig sind die Friedfertigen“ – welcher Text kann besser passen für diese Exkursion der Salzburger, auf den Spuren ihrer Emigranten-Vorfahren im Oder-Ländischen!
Vor dieser passenden Andacht entzündet eine Dame eine Kerze für eine jüngst verstorbene Frau aus der Berliner Gruppe; dieses symbolische Licht leuchtet dann auf dem Taufbecken: mich erinnert es in stillem Gedenken an unsere Verstorbenen Astrid Neßlinger aus Göttingen und Hans-Martin Arnold aus Nürnberg. Und mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ findet unsere Salzburger Gemeinschaft in St. Nikolai einen harmonischen Abschluss. Die gegenwärtige Situation der Evangelischen Kirchen im Land Brandenburg ist: wie überall!

Bei prächtigem Sommerwetter führt uns eine kleine Stadt-Tour in ein neues Indisches Restaurant zum Mittagessen. Dort begrüßt uns sodann eine Stadtführerin, die uns die wichtigen Merkmale der Stadt Freienwalde, den Kurbetrieb der Moorbäder und den Bestand an Einwohnern erklärt. Leider können wir nur einen sehr kleinen Anteil der touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt erahnen: eine „Kneipp-Strecke“ und eine Wandertour „Atem Schöpfen – Waldbaden“ lassen sich in unserem Rundgang leider nicht unterbringen. Der Tourismus-Flyer zeigt an: Schiffmühle, der Ortsteil Hohenwutzen liegt malerisch zwischen der Alten Oder und der breiten Strom-Oder. Die Hohenwutzener Brücke führt heute über den Fluss nach Polen. Straßendorf Altglietzen, nahe der Grenze u Polen, mit Dorfkirche samt Pfarrhaus und die örtliche Ziegelei GOLEM. Das Dorf Bralitz in einer Schleife der Alten Oder, durchzogen von mehreren kleinen Seen mit Sandstrand und Badeplätzen. Neuenhagen im Zentrum der gleichnamigen Insel – von Oder und Alter Oder umschlosen: Schloss Neuenhagen lädt Touristen zu einem Besuch. Und Herrenhaus „Altranft“. – Wir sehen mit Vergnügen in der im Krieg nicht zerstörten Altstadt gut erhaltene spät-barocke und klassizistische Häuser, zwischen Markt, Rathaus, Stadtkirche St. Nikolai und der Königstraße, mit der mehr als 320 Jahre alten heutigen Konzerthalle – früher Kirche St. Georg. – Auch für das Schloss und Kurfürstenquelle, oder für das Wandeln auf den Spuren von Theodor Fontane, reicht unsere Tageszeit heute nicht.

Umso bedeutender: wir besuchen innerhalb unserer Stadtführung das Denkmal der früheren Synagoge: es soll uns mahnend an die praktische historische Hilfe durch jüdische und katholische Bürger – für die Salzburger Emigranten 1732 erinnern.

Ein Gemeinschafts-Foto vor dem Rathaus zusammen mit drei polnischen Gästen aus „Cüstrinchen“ rundet die Bilder aus dieser schönen Stadt Bad Freienwalde ab. Ein Espresso und ein Vanille-Eis im Café „Fontana“ erfrischen uns für die Eisenbahnfahrt zurück, über Eberswalde nach Berlin-Lichterfelde. – Sanft ermattet, mit guten Impressionen, erreiche ich mein Hotel. –

Unsere kleine Abordnung aus Hamburg ist dankbar für die gute Gemeinschaft mit der Berlin-Brandenburger Landesgruppe der Salzburger.
Weitere Bilder sind hier zu sehen.

KANT – Aufklärung – Integration der Salzburger & Ihrer Nachkommen

Vorwort: Redaktion

„Denkt ein(… er), dem es wohl geht, indessen er sieht, dass andere mit großen Mühseligkeiten zu kämpfen haben (denen er wohl auch helfen könnte): was geht es mich an? … zu seinem Wohlbefinden oder seinem Beistande in der Not habe ich nicht Lust, etwas beizutragen.“

Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

KANT – AUFKLÄRUNG – INTEGRATION DER SALZBURGER & IHRER NACHKOMMEN

Im Ostpreußischen Museum existiert aktuell die Ausstellung
„KANT 300“ April-Okt.´24″

Immanuel Kant am Schreibtisch

Im Sommer 2025 öffnet das neu erweiterte Museum die Dauerausstellung KANT.

Ich habe am 11. Mai in der Landesgruppe Nord / S. V. einen Vortrag über KANT gehalten und möchte hier eine kleine Zusammenfassung aus KANTS Lehren mitteilen.

Die Sinneserfahrungen der Salzburger in Preußen haben gezeigt, dass die Aufbereitung durch den Verstand und seine Begriffe den Emigranten in Danzig und Ostpreußen eine echte Hilfestellung waren. – Das ‚Sinnbild‘ der BILLIARD-Kugeln (KANTS echte Spiele- Leidenschaft) benutzte KANT für die Entwicklung seiner Philosophie. – Die Salzburger fanden dank KANTS Gedanken bestätigt, dass Selbstbewusstsein nur möglich ist, weil der Verstand die Eindrücke der Gegenwart so verknüpft, dass sie Teile des Bewusstseins werden. Das Sittengesetz oder der „Kategorische Imperativ“ ist allein in der Vernunft selbst begründet. „Handle nur nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie Praktisches Gesetz werde“ (Original-Zitat KANT).                                                                                           
Die Objektivität des moralischen Gesetzes ist vergleichbar mit den Gesetzen der Astronomie: „Der bestirnte Himmel über mir und dass moralische Gesetz in mir“ (. . .)   Wie die Salzburger in Preußen galt auch KANT als braver Untertan König Friedrich II. – KANT ist Friedrich II. nie begegnet. – Der König umgab sich auf Schloss Sanssouci mit Intellektuellen wie Voltaire. – Die russische Fremdbesetzung 1758-1762 in Königsberg und Preußen musste KANT miterleben – wie später die Salzburger in Ostpreußen nach dem 1. Weltkrieg. Das Ende Preußens und die Nazizeit folgten, und bestätigten traurig die Grenzen a. G. menschlicher Verirrungen. – Die Vertreibung auch der Salzburger aus Ostpreußen nach 1945 hat der Weltbürger KANT gar nicht erahnen können. Und noch tragischer (!) – nicht den Verlust ‚seines‘ Königsbergs, in dem er zeitlebens gewirkt hat.         
Die „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (K.) wurde nur außerhalb der Grenzen Preußens anerkannt – wurde vielleicht erst nach 1945 wirksam.      
Und KANTS „Zum ewigen Frieden“ (1795) gilt noch heute als intellektuelle Intervention  n a c h  allen Kriegen: praktische Anwendung in den Grundsätzen des VÖLKERBUNDES!                                                                                                    
Schlussendlich der Kategorische Imperativ KANTS ist Grundregel aller Überlegungen: „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest!“( K.) Damit entkräftet KANT die Lügen – Sklaverei, Kolonialismus, Rassismus und jede Form von Ausbeutung – und liefert wesentliche Inhalte der Aufklärung. Moralische Klarheit fordert nicht mehr und nicht weniger Anstrengung und Urteilsvermögen, als wir auch sonst im Leben und in der Gesellschaft unter den Mitmenschen akzeptieren müssen.                                                                  
Aufgabe und Tragik der Menschheit liegen darin, die Kluft zwischen SOLLEN und SEIN zu verringern – wohl wissend, dass der Riss nie ganz verschwindet (Susan Neuman, Potsdam)  Vernunft  u n d  Religion – das ist für den Philosophen KANT kein Widerspruch. Religion der Salzburger – evangelisch-lutherisch – kann nützlich sein in einer vernünftigen Welt, vorausgesetzt sie ist moralisch! Somit: die Aufklärung unterstützte die Handlungen und die Lebensweisen der bis heute christlich orientierten Salzburger: selbstbewusstes Handeln und Beziehungen zu seinesgleichen – bei Emigration und Neuansiedlung. Die Theorie „Selbstorganisation“ haben 16.000 Salzburger und ihre Nachkommen in sechs Generationen in Ostpreußen andauernd praktiziert und so nach dem 2. Weltkrieg zu der Wiedergründung 1954 des Salzburger Vereins (Erstgründung 1911 in Gumbinnen) mutig beigetragen. – KANTS Lehre hat in vielen Situationen geholfen, die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen zu erkunden und im Überleben und praktischen Handeln in der Tat zu bewahren und in Lebensgrundsätzen zu verwirklichen.
Noch einmal erinnere ich mich der erhaltenen Bronzetafel an der Grundmauer an der Ruine des Königsberger Schlosses, nach dem Ende 1945, im heutigen KaliningradRU                                           
„Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“ (KANT)                             
Zum „Ewigen Frieden“. . . (KANTS) hat es seit 1795 bis heute leider nicht gereicht!          
Für unsere norddeutsche Landesgruppe und für unseren gesamten Salzburger Verein kann ich den Besuch des Projektes „KANT 300“ (Ausstellung 2024) und die Erweiterung im Sommer 2025 wärmstens empfehlen! Das ist auch der Zweck dieses Beitrages!
Lektüre-Empfehlung:<
„KANT-zum Vergnügen“ Reclams Universalbibliothek N° 18851    
Anhang: Anekdotisches über Person und Leben des Philosophen Immanuel Kant

DR.  ECKHARD SCHLEMMINGER     VORTRAG BEIM TREFFEN DER LG NORD: HAMBURG, Hotel ST. RAPHAEL, 11.Mai 2024