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Jahrestreffen In Görlitz 2025 – Verronnene Träume und Realität – Rübezahl wacht noch im Hirschberger Tal

Die Salzburger finden in Görlitz an der Neiße ein ideales Quartier im Parkhotel. Eine kleine Vorhut kann sich in der „Destille“.“ im Nikolai-Viertel am Vorabend erfrischen. Am ersten Tag finde ich am Neißeufer eine Parkbank im Schatten und entdecke das schöne Motiv Peterskirche und Vierraden-Mühle; unweit der zwei alten Mühlen führt die Fußgänger-Brücke hinüber in das polnische Zgorzelec, diesen Stadtteil der einst niederschlesischen Stadt haben wir am Samstag zur Exkursion in das Hirschberger Tal mit einem bequemen Reisebus durchfahren. Vom deutschen Görlitz gewinnen wir am Freitag die allerbesten Eindrücke; ein erstes Orgelkonzert in der evangelischen Kirche Peter & Paul an der berühmten „Sonnen-Orgel“ erfreut uns in der Mittagsstunde.

Im Parkhotel treffen sich 42 Teilnehmer aus den Landesgruppen des Salzburger Vereins unter der Regie von Margrit Kempgen, der wir zu ihrem 75. Geburtstag noch die besten Wünsche aussprechen dürfen. Ein reich angefülltes Programm ist bis Sonntag sorgfältig vorbereitet: in der Stadt Görlitz u. a. eine Stadtrundfahrt in 3 Minibussen mit anschließendem Gastaufenthalt und Essen in der Evangelischen Stadtmission. Für alle 42 Salzburger ist am Freitagabend eine wunderbare Orgelandacht in der Peterskirche mit einem hervorragenden Organisten im Programm, der alle Extra-Register dieser Orgel mit ausgewählten Kompositionen zu Gehör bringt.

Ein stiller sommerlicher Abendspaziergang an der Ufer der Neiße zurück ins Parkhotel rundet den Tag harmonisch ab, mit Vorfreude auf die Samstag-Exkursion ins Hirschberger Tal. Die 120 km im Bus, immer längs des Riesengebirges mit Sicht auf die Schneekoppe, verrinnen in idyllischen Landschaften wie im Fluge.
In Erdmannsdorf entdecken wir die Spuren den einst ,Zillertaler Emigranten“ (1837)
im „Tiroler Haus“ bei bester polnischer Küche und mit Besichtigung der Tiroler Stuben und einer imposanten Rübezahl-Sammlung.

An den Abenden lesen wir zwei klassische Rübezahl-Sagen in der Hotelbar und erkennen, dass trotz aller verflossenen Zeit die lnhalte dieser Sagenschätze noch heute Gültigkeit haben können.

Bei willkommener Kaffeepause im Lomnitzer Museum (früher Remise) müssen wir erkennen, dass leider nur im Film die Pracht der ehemaligen Schlösser hier noch nachempfunden werden kann. Wenigstens das nicht gepflegte Schloss „Erdmannsdorf“ können wir aus dem Bus heraus sehen: Es war ein 3-flügeliger Barockbau (früherer Besitz von Feldmarschall August Graf Neidhardt von Gneisenau (1760–1831)) – klassizistisch umgebaut) Später von König Friedrich Wilhelm III. erworben und als Sommersitz mit großem Park genutzt. Friedrich August Stüler baut das Schloss für König Friedrich Wilhelm IV. neugotisch um; Parkanlage: Peter Joseph Lenné.

Nahe bei der Hofkirche (Karl Friedrich Schinkel) standen viele Häuser in Tiroler Bauweise, von denen wenige noch heute von der Neuansiedlung der Zillertaler 1837 zeugen.

Trotz zum Teil nicht erfüllten Erwartungen an das einst „Schlesische Elysium“ kehren wir entlang des Riesengebirges im komfortablen Reisebus zurück in das deutsche
Görlitz. Die Spuren der Zillertaler im einst Hirschberger Tal sind mit Fantasie noch
zu ahnen; von der einstigen Pracht der adeligen und royalen Paläste und Schlösser
können wir mit unseren Bildvorträgen noch gute Vorstellungen im Geiste entwickeln und uns hier und dort von der Sorgfalt polnischer Denkmalpfleger und Restauratoren lenken lassen. Der Wille nach Pflege dieser Kulturgüter im Rahmen des freien Europas ist beglückend in den wieder erstandenen Schönheiten der Stadt Görlitz zu erkennen.

Per Zufall entdecke ich während der Rückfährt im Bus einen ganz aktuellen Artikel in der „Sächsischen Zeitung“ (28.Juni 2025) – Sachsen-Panorama – „Die Görlitzerin Frau Margrit Kempgen führt an diesem Wochenende Salzburger Glaubens-Flüchtlinge (1732) ins Hirschberger Tal, selbst Nachfahrin dieser einst
Heimatvertriebenen“.

Mit großer Freude lese ich diesen Artikel unserer Salzburger Gruppe während der Heimfahrt vor – einen besseren Dank an ,unsere` Präsidentin Margrit Kempgen können auch wir nicht aussprechen.
Dr. Eckhard Schlemminger

Jahrestreffen 2022 in Filzmoos – Nachlese

Beitrag ORF Salzburg

Meinungen und Religionen sind und werden sehr oft falsch interpretiert und aufgefasst.
Menschen neigen zu Intoleranz.
Die Geschichte der Vertreibung der Salzburger Protestanten in den Jahren 1731/1732 zeigte wenig Toleranz gegenüber den Andersgläubigen.
In Filzmoos war es auch ein langer Weg dieses Projekt der Vertreibung Andersdenkender zu gedenken. Hier haben die Bewohner ein bemerkenswertes Projekt mit dem Toleranzberg geschaffen.
Wir sehen aktuell, dass die Grenze zwischen Intoleranz und Toleranz eng aneinander liegen.
Hören sie hier den Beitrag des ORF Salzburg zur Eröffnung des Weges (Parcours) vom 10 Juni 2022.