Kategorie: Allgemein

Feierlichkeit – 50. Jubiläum der Landesgruppe Niedersachsen

Frau Vockerodt und Frau Frommer hatten viel vorbereitet und auch unsere Hamburger Gäste hatten einiges mitgebracht. Ich war überrascht von der Vielfalt der Gäste und freute mich riesig, das alles so gut über die Bühne ging. Herzlichen Dank an Herr Kleiber, der extra den weiten Weg von Bielefeld zu uns machte, um mir dann die Ehrenurkunde zu überreichen. Wir durften auch wieder in den Räumen des Niedersächsischen Landesverein für Familienkunde e. V. tagen – ein großes Lob ebenfalls dahin.

Der Vortrag von H. Scheffler hatte das Thema: Gute (?) alte Zeiten – Erkenntnisse aus der Familienforschung zu Lebensumständen unserer ostpreußischen Vorfahren im Alltag wie in Krisenzeiten! Er berichtete also über das Alltagsleben in der Dorfgemeinschaft, auf dem Hof und in der Familie, in Kirche und Schule sowie bei der Arbeit. Über Sitten und Bräuche im früheren Ostpreußen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Weiter wurde auf die Auswirkungen historischer Ereignisse mit Seuchen, Katastrophen und Kriegen eingegangen, zuletzt mit Erlebnisschilderungen von Flucht und Vertreibung wie Wiederanfang in Norddeutschland.

Elke Fritzenwalder

Das „Frankenburger Würfelspiel“ in Sulzbürg, Oberpfalz

Am 31. August 2024 besuchten wir eine kurios anmutende Aufführung in Sulzbürg, unweit unseres oberpfälzischen Wohnortes: das „Frankenburger Würfelspiels“. Der Ort Sulzbürg (ca. 500 Einwohner) mit überwiegend evangelischem Bevölkerungsanteil, liegt in einem Landstrich 40 km süd-östlich von Nürnberg, der in im 17. Jh. insgesamt über ca. 100000 Protestanten kleineren Gruppen aus Oberösterreich aufgenommen hatte. Das historische Schauspiel aus der Zeit des 30-jährigen Krieges sollte laut Ankündigung den Beginn von Vertreibung und Verfolgung evangelischer Christen aus dem „Landl ob der Enns“ zeigen.

Es war ein einmaliges Ereignis, zu dem Sulzbürg einlud. Über 100 Laienschauspieler aus Frankenburg wollten ihr Würfelspiel in voller Länge auf dem Schloßberg von Sulzbürg zum Besten geben. So wurde in 1, 5 Stunden eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1625 erzählt, als das protestantische „Landl ob der Enns“ von den bayerischen Besatzern „katholisch“ gemacht werden sollte. Beispielhaft für das unnachgiebige Vorgehen der katholischen Bayern stand ein Blutgericht, das am 15. Mai 1625 in der Nähe von Frankenburg stattgefunden hat. Der bayerische Statthalter Graf Herperstorff ließ hierzu etwa 5000 protestantische Bauern aus dem Umland zum Haushamerfeld kommen. Als Abschreckung gegen jeglichen Widerstand mussten 36 aufständische Protestanten gegeneinander um ihr Leben würfeln. Die Verlierer wurden kurzerhand gehängt. Hernach begann die Verfolgung und Vertreibung evangelischer Christen aus dem „Landl ob der Enns“.

Das „Frankenburger Würfelspiel“ erinnert an dieses grausame Ereignis. Seit 1925 wird dieses Spiel alle zwei Jahre in der Marktgemeinde Frankenburg am Hausruck, Oberösterreich, dargeboten. Dann stehen bis zu zehn Aufführungen auf dem Programm, die jeweils von mehreren tausend Zuschauern besucht werden. Spielort ist dabei das eigene Würfelspielgelände, das mit 2000 Sitzplätzen zu den größten Freiluftbühnen Europas zählt.
Die zwei Vorstellungen unter freiem Himmel bzw. unter einer stattlichen Linde zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche auf dem Schlossberg zu Sulzbürg waren restlos ausverkauft (ca. 500 Besucher je Vorstellung). Die Laien-Schauspieler aus OÖ spielten dieBegebenheit sehr glaubhaft und mit sehr großem Engagement und Aufwand. Die Zuschauer – nach den Nummernschildern des Parkplatzes zu urteilen aus ganz Bayern/Süddeutschland – waren ergriffen und begeistert und zahlten den Schauspielern den besten Lohn in der Form von anhaltendem Applaus. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mühlhausen/Sulzbürg, Dr. Martin Hundsdorfer, führte mit treffenden Worten in die Aufführung ein und sprach am Ende freundschaftliche Dankesworte.
In anschließenden Gesprächen mit örtlichen Aktivisten und mit dem Obmann der Theatergruppe „Das Würfelspiel“ erfuhren wir, dass sich seit 2019 ein Freundeskreis der heute in Sulzbürg Lebenden mit OÖ-Wurzeln und der Gemeinde Frankenburg in OÖ gebildet hat. Die gefühlte Identität mit den Exulanten aus dem „Landl ob der Enns“ von damals ist nach wie vor groß; voller Stolz bezeichnen sich die Sulzbürger (kein Zusammenhang zu „Salzburg“) noch heute als „Landler“. Ihr Heimatmuseum heißt „Landlmuseum“.
Der Obmann des Frankenburger Würfelspiel Michael Neudorfer lädt den Salzburger Verein für einen Besuch einer der mehreren Vorstellungen im Jubiläums-Sommer 2025 (1925 war die erste Theater-Aufführung) nach Frankenburg ein; beiliegende Ankündigung sollte in den „Salzburger Nachrichten“ veröffentlicht werden.
Die LG Bayern plant einen solchen Theaterbesuch nächstes Jahr. Jedes Mitglied kann sich an der gemeinsamen Fahrt beteiligen.
Lothar und Christiane Kroll

„Man muss es so einrichten, dass einem das Ziel entgegenkommen“

Dieses Mal weder FONTANE, noch die Mark Brandenburg, sondern der Emigrations-Weg zweier Züge der Salzburgischen Emigranten 1731/32 nach Preußisch-Litauen – mit Fähr- Übersetzen über die damals viel weiter westlich verlaufende Oder – sind das Ziel einer Wochenend-Exkursion der Landesgruppe Berlin-Brandenburg im Salzburger Verein e. V. .

Beim Jahrestreffen im Juni in Bischofshofen entdeckte ich nur wenige Berliner Teilnehmer, so dass ich sehr bald der Einladung von Herrn Burchard und seiner Landesgruppe zur Fahrt nach Bad Freienwalde am 24.08.24 – mit inhaltsreichem Programm folgen konnte.

Ich halte es nach meinem Studium in „Chronik der Marschzüge“ von Norbert Stein 2011 für denkbar, dass meine Vorfahren SCHLEMMINGER (M a s c h l) in der >6. Parthie zu Lande<, in den Zügen XIV und XV nach Brandenburg-Preußen – auf dem Landwege mit Wagen und Pferden – den Emigrationsweg über Freienwalde gegangen sind.

Ich zitiere aus der Chronik (Seite 523 ff):
1732
BERLIN
(Kurmark, zu Brandenburg-Preußen, Mittelmark)
Abmarsch mit 109 Wagen und 189 Pferden – GÖCKING II: 436 Personen. Möglicherweise bestanden schon beim Abmarsch 2 Trupps.
17.09. –
Werneuchen
18.09. –
Freienwalde : Kollekte erbringt 13 Thaler und etliche Groschen. Im Göcking II: kein Hinweis, ob es in Freienwalde auch Übernachtungen gegeben hat.
19.09.:
Oder-Überfahrt : Fährpächter und Fährknechte zeigen sich unwillig, eine Fähr -Gratisleistung zu erbringen. Amtmann Tornarius aus Zehden bezahlt die Überfahrt mit 8 Thalern aus seinen Mitteln: in die
Neumark. Cüstrinchen
(heute polnisch Stary Kostrzynek): Liebreiche Aufnahme, Verpflegung mit Speis und Trank; gutes Nachtquartier.
20.09.
Zehden: Sehr gute Aufnahme, beste Verpflegung. Kollekte erbringt 30 Thaler, 16 Groschen, 1 Dreier; die Emigranten laufen freudig vor dem Bildnis des Königs Friedrich Wilhelm I. in den Stuben auf dem Amt zusammen. Es erfolgt ein Brief nach Berlin mit der Bitte um Übersendung weiterer Salzburger. Der weitere Verlauf dieses Emigrationsweges der 6. Partie zu Lande geht weiter in das Herzogtum Pommern. Dann in das Herzogtum Pommerellen/Königreich Polen. Hier im katholischen Gebiet, mit Eskorte einer Kompanie Dragoner, weiter über Stargard, Marienwerder, Preußisch Holland, durch das Fürstentum Ermland (Polen); weiter in evangelisches Gebiet Heiligenbeil, Brandenburg, Königsberg

Teile der 6. Parthie zu Lande ziehen nach Tilsit weiter. – Der weitere Emigrationsweg meiner Schlemminger-Vorfahren nach
Baragehlen, Kreis Pillkallen, Nähe zum Kirchspiel Schirwindt, geht aus dieser Chronik der Marschzüge nicht mehr hervor.

Es ist ungewiss, wie die Berlin-Brandenburger Gruppe der ‚Salzburger‘ unseren Besuch aus Hamburg wahrnimmt – eigentlich habe ich mich selbst eingeladen, da mich die Region Eberswalde und Bad Freienwalde interessiert. Ich mache auch immer Werbung für Besuche der Landesgruppen untereinander. Die Berliner Gruppe weist ähnlich meiner LG Nord noch die größte MG-Zahl auf. Ich habe Herrn Burchard immer zu Aktivitäten und zu schriftlichen Beiträgen ermuntert – er ist ein würdiger, engagierter Nachfolger von Herrn Berger, der wegen chronischer Erkrankung seine Funktion als Obmann rechtzeitig an Herrn Burchard als seinen Nachfolger abgegeben hat. Ich habe meine Teilnahme telefonisch zugesagt, mir eine Fahrkarte besorgt und ein Hotel in Berlin gebucht. In Lichterfelde Ost hat Konrad Urban das Hotel „Miles“ gefunden, und ich habe das letzte freie Einzelzimmer erwischt. So kann ich die Freunde Konrad & Helmut im nahen Lankwitz treffen. Bad Freienwalde kann ich am 24. 08. Auch sehr bequem mit Regional-Zügen ab Lichterfelde Ost erreichen.

Die Salzburger treffen sich um 11:00 Uhr in Bad Freienwalde in der Stadtpfarrkirche St. Nikolai. Ich konnte aus meiner Gruppe Frau Bergholter (Lüneburg/Berlin-Mitte) zur Teilnahme motivieren, so dass wir zu zweit als Gäste der Berliner Gruppe teilnehmen können.- Schon auf dem Bahnhof Bad Freienwalde erkennen wir viele der uns vertrauten Berliner. – Die Bahnhofstrasse aufwärts in der sehr freundlich anmutenden Stadt gelangt man am aufstrebenden Markt direkt auf die hoch oben ruhende mächtige Nikolai-Kirche in rotem Backstein, die einladend ihre Pforten für uns geöffnet hat. Ein junger Mann dieser Kirche begrüßt uns und erklärt uns später die Baugeschichte der Kirche. Für uns ist immer interessant das 18. Jh., als die Salzburger zwei Emigrantenzüge Freienwalde als Tagesziel erreichten, hier betreut wurden, um am nächsten Tag über die ‚alte‘ Oder mit Fähren überzusetzen. Wir sind beeindruckt vom Renaissance Hochaltar, zwei barocken Epitaphen, einem sehr alten Taufbecken aus den 13. Jh., einer imposanten großen Orgelempore und einer gut restaurierten (SAUER/Walter) Orgel – leider ohne eine heutige Orgel-Musik. – Anstelle einer Predigt trägt ein MG der Berliner Salzburger Gedanken über die Bergpredigt vor: „Selig sind die Friedfertigen“ – welcher Text kann besser passen für diese Exkursion der Salzburger, auf den Spuren ihrer Emigranten-Vorfahren im Oder-Ländischen!
Vor dieser passenden Andacht entzündet eine Dame eine Kerze für eine jüngst verstorbene Frau aus der Berliner Gruppe; dieses symbolische Licht leuchtet dann auf dem Taufbecken: mich erinnert es in stillem Gedenken an unsere Verstorbenen Astrid Neßlinger aus Göttingen und Hans-Martin Arnold aus Nürnberg. Und mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ findet unsere Salzburger Gemeinschaft in St. Nikolai einen harmonischen Abschluss. Die gegenwärtige Situation der Evangelischen Kirchen im Land Brandenburg ist: wie überall!

Bei prächtigem Sommerwetter führt uns eine kleine Stadt-Tour in ein neues Indisches Restaurant zum Mittagessen. Dort begrüßt uns sodann eine Stadtführerin, die uns die wichtigen Merkmale der Stadt Freienwalde, den Kurbetrieb der Moorbäder und den Bestand an Einwohnern erklärt. Leider können wir nur einen sehr kleinen Anteil der touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt erahnen: eine „Kneipp-Strecke“ und eine Wandertour „Atem Schöpfen – Waldbaden“ lassen sich in unserem Rundgang leider nicht unterbringen. Der Tourismus-Flyer zeigt an: Schiffmühle, der Ortsteil Hohenwutzen liegt malerisch zwischen der Alten Oder und der breiten Strom-Oder. Die Hohenwutzener Brücke führt heute über den Fluss nach Polen. Straßendorf Altglietzen, nahe der Grenze u Polen, mit Dorfkirche samt Pfarrhaus und die örtliche Ziegelei GOLEM. Das Dorf Bralitz in einer Schleife der Alten Oder, durchzogen von mehreren kleinen Seen mit Sandstrand und Badeplätzen. Neuenhagen im Zentrum der gleichnamigen Insel – von Oder und Alter Oder umschlosen: Schloss Neuenhagen lädt Touristen zu einem Besuch. Und Herrenhaus „Altranft“. – Wir sehen mit Vergnügen in der im Krieg nicht zerstörten Altstadt gut erhaltene spät-barocke und klassizistische Häuser, zwischen Markt, Rathaus, Stadtkirche St. Nikolai und der Königstraße, mit der mehr als 320 Jahre alten heutigen Konzerthalle – früher Kirche St. Georg. – Auch für das Schloss und Kurfürstenquelle, oder für das Wandeln auf den Spuren von Theodor Fontane, reicht unsere Tageszeit heute nicht.

Umso bedeutender: wir besuchen innerhalb unserer Stadtführung das Denkmal der früheren Synagoge: es soll uns mahnend an die praktische historische Hilfe durch jüdische und katholische Bürger – für die Salzburger Emigranten 1732 erinnern.

Ein Gemeinschafts-Foto vor dem Rathaus zusammen mit drei polnischen Gästen aus „Cüstrinchen“ rundet die Bilder aus dieser schönen Stadt Bad Freienwalde ab. Ein Espresso und ein Vanille-Eis im Café „Fontana“ erfrischen uns für die Eisenbahnfahrt zurück, über Eberswalde nach Berlin-Lichterfelde. – Sanft ermattet, mit guten Impressionen, erreiche ich mein Hotel. –

Unsere kleine Abordnung aus Hamburg ist dankbar für die gute Gemeinschaft mit der Berlin-Brandenburger Landesgruppe der Salzburger.
Weitere Bilder sind hier zu sehen.

Exkursion nach Bad-Freienwalde

Es ist ungewiss, wie die Berlin-Brandenburger Gruppe der ‚Salzburger‘ unseren Besuch aus Hamburg wahrnimmt – eigentlich habe ich mich selbst eingeladen, da mich die Region Eberswalde und Bad Freienwalde interessiert. Ich mache auch immer Werbung für Besuche der Landesgruppen untereinander. Die Berliner Gruppe weist ähnlich meiner LG Nord noch die größte MG-Zahl auf. Ich habe Herrn Burchard immer zu Aktivitäten und zu schriftlichen Beiträgen ermuntert – er ist ein würdiger, engagierter Nachfolger von Herrn Berger, der wegen chronischer Erkrankung seine Funktion als Obmann rechtzeitig an Herrn Burchard als seinen Nachfolger abgegeben hat.

„MAN MUSS ES SO EINRICHTEN, DASS EINEM DAS ZIEL ENTGEGENKOMMT“
Th. Fontane

Ich habe meine Teilnahme telefonisch zugesagt, mir eine Fahrkarte besorgt und ein Hotel in Berlin gebucht. In Lichterfelde Ost hat Konrad Urban das Hotel „Miles“ gefunden, und ich habe das letzte freie Einzelzimmer erwischt. So kann ich die Freunde Konrad & Helmut im nahen Lankwitz treffen. Bad Freienwalde kann ich am 24. 08. auch sehr bequem mit Regional-Zügen ab Lichterfelde Ost erreichen.

Die Salzburger treffen sich um 11:00 Uhr in Bad Freienwalde in der Stadtpfarrkirche St. Nikolai. Ich konnte aus meiner Gruppe Frau Bergholter (Lüneburg/Berlin-Mitte) zur Teilnahme motivieren, so dass wir zu zweit als Gäste der Berliner Gruppe teilnehmen können.- Schon auf dem Bahnhof Bad Freienwalde erkennen wir viele der uns vertrauten Berliner. – Die Bahnhofstrasse aufwärts in der sehr freundlich anmutenden Stadt gelangt man am aufstrebenden Markt direkt auf die hoch oben ruhende mächtige Nikolai-Kirche in rotem Backstein, die einladend ihre Pforten für uns geöffnet hat. Ein junger Mann dieser Kirche begrüßt uns und erklärt uns später die Baugeschichte der Kirche. Für uns ist immer interessant das 18. Jh., als die Salzburger zwei Emigrantenzüge Freienwalde als Tagesziel erreichten, hier betreut wurden, um am nächsten Tag über die ‚alte‘ Oder mit Fähren überzusetzen.

Wir sind beeindruckt vom Renaissance Hochaltar, zwei barocken Epitaphen, einem sehr alten Taufbecken aus den 13. Jh., einer imposanten großen Orgelempore und einer gut restaurierten (SAUER/Walter) Orgel – leider ohne eine heutige Orgel-Musik. – Anstelle einer Predigt trägt ein MG der Berliner Salzburger Gedanken über die Bergpredigt vor: „Selig sind die Friedfertigen“ – welcher Text kann besser passen für diese Exkursion der Salzburger, auf den Spuren ihrer Emigranten-Vorfahren im Oder-Ländischen! Vor dieser passenden Andacht entzündet eine Dame eine Kerze für eine jüngst verstorbene Frau aus der Berliner Gruppe; dieses symbolische Licht leuchtet dann auf dem Taufbecken: mich erinnert es in stillem Gedenken an unsere Verstorbenen Astrid Neßlinger aus Göttingen und Hans-Martin Arnold aus Nürnberg. Und mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ findet unsere Salzburger Gemeinschaft in St. Nikolai einen harmonischen Abschluss. Die gegenwärtige Situation der Evangelischen Kirchen im Land Brandenburg ist: wie überall!

Bei prächtigem Sommerwetter führt uns eine kleine Stadt-Tour in ein neues Indisches Restaurant zum Mittagessen. Dort begrüßt uns sodann eine Stadtführerin, die uns die wichtigen Merkmale der Stadt Freienwalde, den Kurbetrieb der Moorbäder und den Bestand an Einwohnern erklärt. Leider können wir nur einen sehr kleinen Anteil der touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt erahnen: eine „Kneipp-Strecke“ und eine Wandertour „Atem Schöpfen – Waldbaden“ lassen sich in unserem Rundgang leider nicht unterbringen. Der Tourismus-Flyer zeigt an: Schiffmühle, der Ortsteil Hohenwutzen liegt malerisch zwischen der Alten Oder und der breiten Strom-Oder. Die Hohenwutzener Brücke führt heute über den Fluss nach Polen. Straßendorf Altglietzen, nahe der Grenze u Polen, mit Dorfkirche samt Pfarrhaus und die örtliche Ziegelei GOLEM. Das Dorf Bralitz in einer Schleife der Alten Oder, durchzogen von mehreren kleinen Seen mit Sandstrand und Badeplätzen. Neuenhagen im Zentrum der gleichnamigen Insel – von Oder und Alter Oder umschlosen: Schloss Neuenhagen lädt Touristen zu einem Besuch. Und Herrenhaus „Altranft“. – Wir sehen mit Vergnügen in der im Krieg nicht zerstörten Altstadt gut erhaltene spät-barocke und klassizistische Häuser, zwischen Markt, Rathaus, Stadtkirche St. Nikolai und der Königstraße, mit der mehr als 320 Jahre alten heutigen Konzerthalle – früher Kirche St. Georg. – Auch für das Schloss und Kurfürstenquelle, oder für das Wandeln auf den Spuren von Theodor Fontane, reicht unsere Tageszeit heute nicht.

Umso bedeutender: wir besuchen innerhalb unserer Stadtführung das Denkmal der früheren Synagoge: es soll uns mahnend an die praktische historische Hilfe durch jüdische und katholische Bürger – für die Salzburger Emigranten 1732 erinnern. –

Ein Gemeinschafts-Foto vor dem Rathaus zusammen mit drei polnischen Gästen aus „Cüstrinchen“ rundet die Bilder aus dieser schönen Stadt Bad Freienwalde ab.

Ein Espresso und ein Vanille-Eis im Café „Fontana“ erfrischen uns für die Eisenbahnfahrt zurück, über Eberswalde nach Berlin-Lichterfelde. – Sanft ermattet, mit guten Impressionen, erreiche ich mein Hotel. –
Unsere kleine Abordnung aus Hamburg ist dankbar für die gute Gemeinschaft mit der Berlin-Brandenburger Landesgruppe der Salzburger.

Dr. Eckhard Schlemminger

Beitrag zeitung


https://salzburgerverein.de/wp-content/uploads/2024/08/MOZ-28-08-24.pdf

Sommerausflug der Landesgruppe Bayern nach Goldegg, Schwarzach und St. Veit

Die Erinnerung an die Salzburger Protestanten wird in diesen drei benachbarten Gemeinden im Salzachpongau erfreulich lebendig gehalten – man muss nur an den richtigen Stellen danach suchen.

Peter Vogelreuter, Leiter der Landesgruppe Bayern, hat seine Kontakte vor Ort genutzt, um ein vielfältiges Tagesprogramm für den 30. Juni 2024 zusammenzustellen.

Der Ausflug begann mit einem Treffen mit Vorort-Kontakt Max Stürmer, der bestens in der dortigen Bildungsarbeit und Traditionspflege vernetzt ist. Wir trafen uns am Denkmal für die Salzburger Exulanten, das auf dem Schwarzacher Marktplatz steht, eines der wenigen Denkmale für die Vertreibung im öffentlichen Raum im Bundesland Salzburg. Gleich danach stand eine kurze Visite im Gemeindeamt
Schwarzach an, wo die Tischplatte des berühmten „Salzleckertisches“ ausgestellt ist. Die Tischplatte wurde im 19. Jahrhundert nachträglich mit einem stimmungsvollen Gemälde des Salzschwurs versehen. Dieser hat sich wohl am 5. August 1731 zugetragen, als etwa 150 Pongauer und Pinzgauer Protestanten schworen,
sich niemals von ihrem Glauben abbringen zu lassen – trotz zunehmender Drangsalierungen durch Erzbischof Firmian, der zu dieser Zeit bereits begonnen hatte, erste Truppen in den Pongau schicken, um die Protestanten im Zaum zu halten. Dazu wurde ein Salzfass in die Runde gereicht, in das jeder zum Schwur seine Finger der rechten Hand steckte und dann das Salz ableckte. Interessant und erfreulich ist, dass in der Region auch heute noch mit Stolz an die Standhaftigkeit der „Salzlecker“ erinnert wird. So tragen sowohl die Trachtenmusikkapelle Schwarzach als auch der
Schützenverein der Gemeinde diese Bezeichnung in ihrem Namen.

Nächster Stopp des Ausflugs war das Pongauer Heimatmuseum im Schloss Goldegg, nur wenige Kilometer von Schwarzach entfernt. Hier gibt es mehrere Stuben, die an die Geschichte der Protestanten sowie das Leben der späteren Generationen in Ostpreußen erinnern. So gibt es unter anderem interessante Bilderserien von der 200-Jahrfeier der Einwanderung der Salzburger in Ostpreußen, die im Juni 1932 in
Gumbinnen gefeiert wurde. Bei dieser Führung war Cyriak Schwaighofer dabei, mit seinen 74 Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter im Museum, der auch auf eine erfolgreiche politische Karriere zurückblicken kann, unter anderem 19 Jahre Abgeordneter für die Grünen im Salzburger Landtag und davon fast 13 Jahre
Landessprecher der Salzburger Grünen.

Nach kurzer Fahrt nach St. Veit, oberhalb von Schwarzach auf einem regelrechten Sonnenplateau gelegen,gab e s zunächst ein Mittagessen und dann folgte der Besuch des Seelackenmuseums. Es handelt sich dabei um ein Bauernhaus aus Schwarzach, das originalgetreu als Museum an diesen neuen Platz gesetzt wurde.
Neben vielen Informationen zum bäuerlichen Leben und zum Aufenthalt des Schriftstellers Thomas Bernhards in der örtlichen Lungenheilanstalt gibt es auch hier eine große Stube mit einer Ausstellung und vielen Dokumenten zu den Salzburger Protestanten. Besonders eindrucksvoll waren Reproduktionen der von den erzbischöflichen Spitzeln erstellten Listen von Orten, an denen die Protestanten aus St. Veit in ihren Häusern ihre Bibeln und Schriften versteckten („Beschreibung derjenigen haimblischen Örthern, darin die Lutherischen St. Veitner ihre Kezerischen Büecher verborgen gehalten“).
Fazit des Besuches: So viele Erinnerungen an die Salzburger Protestanten so nah beieinander sind schon etwas sehr Besonderes. Ebenso der herzliche und freundschaftliche Empfang der Salzburger Nachkommen.
Eine besonders gute Nachricht noch zum Schluss: Bei der in den nächsten Jahren anstehenden Umgestaltung des Museums im Goldegger Schloss soll die Geschichte der Salzburger Protestanten noch mehr ins Zentrum rücken. Hier ergibt sich hoffentlich die Möglichkeit für den Salzburger Verein, dieses Vorhaben ideell zu fördern.

Katharina Toparkus & Peter Vogelreuter

Exkursion ins Salzburger Land

Unsere diesjährige Freundschaftsreise in das Land unserer Vorfahren sollte wieder einmal „a Reise zü vüü liabn Leit, spannendn Gschichtn und interessantn Ortn“ sein, möglichst mit viel Verbindungen zu unsere eigenen G’schichte!

Erster Tag: im Bergbau- und Gotik Museum Leogang führten uns Kustos Andreas Herzog und Senior-Kustos Prof. Hermann Mayrhofer durch die im Aufbau befindliche Sonderausstellung „Wunder von Herrengrund“, eine montanhistorische Schau besonderer Gefäße und Handsteine aus dem 400 Jahre alten Kupferbergbau im slowakischen Erzgebirge.

Es schloss sich am Ende der Führung eine intensive Gesprächsrunde mit beiden Kustoden an. Dabei ging es u. a. auch um die regionale Rezeption der geschichtlichen Aufarbeitung der Vertreibung der Salzburger Protestanten nach der epochalen Ausstellung 1981 im Schloss Goldegg (250. Gedenkjahr). Auch wie es zukünftig damit weitergehen könnte, war Gegenstand des Austausches.

Der nächste Tag begann mit einem intensiven Gedankenaustausch mit Cyriak Schwaighofer (Leitung Schloss Goldegg, Gemeinde Goldegg) und Angelika Gautsch (Museum Vogt Turm, Zell am See) über die Bedeutung der Räume zur Protestantenvertreibung innerhalb der bestehenden Ausstellung im Schlossgebäude.

Mag. Angelika Gautsch – eine erfahrene Museumsgestalterin – ist für die Neukonzeption des Museums im Schloss Goldegg beauftragt. Sie erläuterte in groben Zügen die Vorstellungen einer modernen Museumspädagogik in Bezug auf die zukünftige Präsentation des Schloss-Museums im Verbund Salzburger Heimatmuseen. Unser Besuch bekundete das lebhafte Interesse an diesem Projekt; die Zusammenarbeit soll weitergeführt und vertieft werden.

Anschließend fuhren wir zur Burg Hohenwerfen, die sehr markant das Salzachtal bewacht und in der Reformationszeit bei der Unterdrückung der vom katholischen Glaubenskodex Abgefallenen eine schaurige Rolle spielte. Das schmucke Burgfräulein erläuterte uns im Rundgang die fast 1000jährige Geschichte dieser Burg, schilderte anschaulich die damalige „Verhörpraxis“ im anschaulichem Folterraum und fragte uns beim Blick in das 13 m tiefe, lichtlose Verließ, was an uns wohl noch dran gewesen wäre nach längerer Haft in diesem Loch. (Ein Foto kann diesen Eindruck nicht wiedergeben). In der Region Werfen waren vor 300 Jahren besonders viele Menschen zum Luthertum übergewechselt; viele von ihnen waren dort eingekerkert.

Der Power-Point unterstützte Vortrag von Helmut Hardt-Stremayr, (Mitglied im Salzburger Verein aus St. Veit), mit dem Titel „Von einer Staatsreligion zum persönlichen Glauben“, war ein abendfüllender, ideengeschichtlicher Genuss zum tieferen Verständnis der Motivation der zur Emigrationgezwungenen, bekennenden Lutheraner unter katholisch kontrollierter Obrigkeit. Der Referent erzeugte durch seinen authentischen und an Fakten orientierten Vortrag eine lebendige Diskussion, die nur durch die vorrückende Nacht gestoppt werden konnte. Das mentalitätsgeschichtliche Einfühlungsvermögen von Helmut Hardt-Stremayr ließ den oft gebrauchten, aber selten mit Wissen und Leben gefüllten Ausruf „ums Glaubns willn “ als Grund für dramatisch erscheinende Lebensentscheidungen inhaltlich und im geschichtlichen Kontext nachvollziehbar erscheinen. Der Vortragende war so glaubwürdig, dass er für sich durchaus reklamieren könnte – wenn seine eigene Bescheidenheit ihm nicht selber im Wege stünde – ein echter Zeitzeuge (-genosse) der Salzburger Exulanten (gewesen) zu sein!

Den Abschluss unserer diesjährigen Salzburger-Land-Exkursion bildete am Samstag (18.05.2024) eine Schaitberger – Reminiszenz in Bad Dürrnberg, oberhalb von Hallein. Der langgediente OrtschronistJ. Schatteiner führte uns durch die Streusiedlung von Bad Dürrnberg, führte uns durch die tektonisch bedrohte Wallfahrtskirche und konnte uns als ehemaliger Bergknappe des nahe gelegenen, mittlerweile stillgelegten Salzbergwerkes Dürrnberg die Arbeits- und Lebenswelt der evangelischen Dürrnberger Knappen im 17. Jh. Einfühlsam verständlich machen. Anhand einer ca. 250 Jahre alten Knappenfahne erläuterte er uns die einzelnen darauf zu sehenden Motive. Das Wohnhaus von J. Schaiberger ist längst einem Neubau gewichen.

Der heutige Kurort liegt sehr ruhig und friedlich an der östlichen Bergflanke zu Berchtesgaden. Nur unsere Vorstellungskraft vermochte diesen heutigen Eindruck mit einer geschichtlichen Szenerie von zwischenmenschlicher Gewalt und des Umbruchs zu kontrastieren. Herr Schatteiner brachte uns auch zum oberhalb vom Ort im Wald gelegenen Predigtstuhl, wo sich J. Schaitberger mit all seinen Glaubensbrüdern versteckt zu Gottesdiensten traf. Der unverrückte Stein erinnert mit einer Inschrift an diese Begebenheit. Bei einem zünftigen Mittagsessen auf der Panorama-Terrasse der Gaststätte „Bergmannstreu“ wurden unsere Eindrücke dieser Führung mit weiterem Stoff vertieft.


Erlebnis- und erkenntnisreiche 3 Tage im Salzburger Land vergingen im Nu. Unsere persönlichen Kontakte dorthin wurden wechselseitig gestärkt und ausgebaut; die gemachten landeskulturellen und geschichtlichen Eindrücke verstärken unsere Liebe zur Heimat unserer Vorfahren.

Peter Vogelreuter & Lothar Kroll

KANT – Aufklärung – Integration der Salzburger & Ihrer Nachkommen

Vorwort: Redaktion

„Denkt ein(… er), dem es wohl geht, indessen er sieht, dass andere mit großen Mühseligkeiten zu kämpfen haben (denen er wohl auch helfen könnte): was geht es mich an? … zu seinem Wohlbefinden oder seinem Beistande in der Not habe ich nicht Lust, etwas beizutragen.“

Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

KANT – AUFKLÄRUNG – INTEGRATION DER SALZBURGER & IHRER NACHKOMMEN

Im Ostpreußischen Museum existiert aktuell die Ausstellung
„KANT 300“ April-Okt.´24″

Immanuel Kant am Schreibtisch

Im Sommer 2025 öffnet das neu erweiterte Museum die Dauerausstellung KANT.

Ich habe am 11. Mai in der Landesgruppe Nord / S. V. einen Vortrag über KANT gehalten und möchte hier eine kleine Zusammenfassung aus KANTS Lehren mitteilen.

Die Sinneserfahrungen der Salzburger in Preußen haben gezeigt, dass die Aufbereitung durch den Verstand und seine Begriffe den Emigranten in Danzig und Ostpreußen eine echte Hilfestellung waren. – Das ‚Sinnbild‘ der BILLIARD-Kugeln (KANTS echte Spiele- Leidenschaft) benutzte KANT für die Entwicklung seiner Philosophie. – Die Salzburger fanden dank KANTS Gedanken bestätigt, dass Selbstbewusstsein nur möglich ist, weil der Verstand die Eindrücke der Gegenwart so verknüpft, dass sie Teile des Bewusstseins werden. Das Sittengesetz oder der „Kategorische Imperativ“ ist allein in der Vernunft selbst begründet. „Handle nur nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie Praktisches Gesetz werde“ (Original-Zitat KANT).                                                                                           
Die Objektivität des moralischen Gesetzes ist vergleichbar mit den Gesetzen der Astronomie: „Der bestirnte Himmel über mir und dass moralische Gesetz in mir“ (. . .)   Wie die Salzburger in Preußen galt auch KANT als braver Untertan König Friedrich II. – KANT ist Friedrich II. nie begegnet. – Der König umgab sich auf Schloss Sanssouci mit Intellektuellen wie Voltaire. – Die russische Fremdbesetzung 1758-1762 in Königsberg und Preußen musste KANT miterleben – wie später die Salzburger in Ostpreußen nach dem 1. Weltkrieg. Das Ende Preußens und die Nazizeit folgten, und bestätigten traurig die Grenzen a. G. menschlicher Verirrungen. – Die Vertreibung auch der Salzburger aus Ostpreußen nach 1945 hat der Weltbürger KANT gar nicht erahnen können. Und noch tragischer (!) – nicht den Verlust ‚seines‘ Königsbergs, in dem er zeitlebens gewirkt hat.         
Die „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (K.) wurde nur außerhalb der Grenzen Preußens anerkannt – wurde vielleicht erst nach 1945 wirksam.      
Und KANTS „Zum ewigen Frieden“ (1795) gilt noch heute als intellektuelle Intervention  n a c h  allen Kriegen: praktische Anwendung in den Grundsätzen des VÖLKERBUNDES!                                                                                                    
Schlussendlich der Kategorische Imperativ KANTS ist Grundregel aller Überlegungen: „Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest!“( K.) Damit entkräftet KANT die Lügen – Sklaverei, Kolonialismus, Rassismus und jede Form von Ausbeutung – und liefert wesentliche Inhalte der Aufklärung. Moralische Klarheit fordert nicht mehr und nicht weniger Anstrengung und Urteilsvermögen, als wir auch sonst im Leben und in der Gesellschaft unter den Mitmenschen akzeptieren müssen.                                                                  
Aufgabe und Tragik der Menschheit liegen darin, die Kluft zwischen SOLLEN und SEIN zu verringern – wohl wissend, dass der Riss nie ganz verschwindet (Susan Neuman, Potsdam)  Vernunft  u n d  Religion – das ist für den Philosophen KANT kein Widerspruch. Religion der Salzburger – evangelisch-lutherisch – kann nützlich sein in einer vernünftigen Welt, vorausgesetzt sie ist moralisch! Somit: die Aufklärung unterstützte die Handlungen und die Lebensweisen der bis heute christlich orientierten Salzburger: selbstbewusstes Handeln und Beziehungen zu seinesgleichen – bei Emigration und Neuansiedlung. Die Theorie „Selbstorganisation“ haben 16.000 Salzburger und ihre Nachkommen in sechs Generationen in Ostpreußen andauernd praktiziert und so nach dem 2. Weltkrieg zu der Wiedergründung 1954 des Salzburger Vereins (Erstgründung 1911 in Gumbinnen) mutig beigetragen. – KANTS Lehre hat in vielen Situationen geholfen, die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen zu erkunden und im Überleben und praktischen Handeln in der Tat zu bewahren und in Lebensgrundsätzen zu verwirklichen.
Noch einmal erinnere ich mich der erhaltenen Bronzetafel an der Grundmauer an der Ruine des Königsberger Schlosses, nach dem Ende 1945, im heutigen KaliningradRU                                           
„Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“ (KANT)                             
Zum „Ewigen Frieden“. . . (KANTS) hat es seit 1795 bis heute leider nicht gereicht!          
Für unsere norddeutsche Landesgruppe und für unseren gesamten Salzburger Verein kann ich den Besuch des Projektes „KANT 300“ (Ausstellung 2024) und die Erweiterung im Sommer 2025 wärmstens empfehlen! Das ist auch der Zweck dieses Beitrages!
Lektüre-Empfehlung:<
„KANT-zum Vergnügen“ Reclams Universalbibliothek N° 18851    
Anhang: Anekdotisches über Person und Leben des Philosophen Immanuel Kant

DR.  ECKHARD SCHLEMMINGER     VORTRAG BEIM TREFFEN DER LG NORD: HAMBURG, Hotel ST. RAPHAEL, 11.Mai 2024                                  

Der reisende Salzburger Wandteppich (Quilt)!

Dieser Quilt (Wandteppich bestehend aus mehreren Stofflagen) wurde vor vielen Jahren von einer kleinen Gruppe von GA Salzburger Damen in Ebenezer entworfen und hergestellt, um im Salzburger Zimmer im Schloss Goldegg aufgehängt zu werden. Martha Zeigler war die Kuratorin des GSS-Museum und sorgte dafür, dass nur die feinsten Stickereien ausgeführt wurden.

Es wurde ein Layout erstellt, dass die spezifischen Bilder enthält, die die historische Siedlung der Salzburger in Ebenezer, Georgia (USA), darstellen sollten. Jede Dame war für Bilder und Materialien verantwortlich, die sie für die Erstellung des Themas verwendete , damit es von denjenigen erkannt wurde, die es in den kommenden Jahren betrachten würden. Einige Entwürfe sind sehr kompliziert, einige erforderten viel Geschick und Einfallsreichtum, und einige waren recht einfach, brauchten aber unterschiedliche Details. Besonderes Augenmerk wurde auf die Porträts von Rev. Boltzius und das indianische Bild, dass die Yuchi- oder Yammacraw-Späher darstellt, die den ersten Siedlern halfen, sich in den Sümpfen und Wäldern zurechtzufinden, mit denen sie auf dem Weg zur Besiedlung der Stadt Ebenezer konfrontiert waren. Es war wichtig, sie mit Würde und Unterscheidungsmerkmalen darzustellen.

Nachdem sie jedes Quadrat erstellt hatte, organisierte Frau Martha eine Gruppe treuer Freiwilliger, die die Quadrate zusammennähten und dann die Schichten „quilteten“.

Früher wurden „Handarbeiten“, Stickereien und Flickarbeiten, hautsächlich von Frauen ausgeführt. Ein altes Sprichwort lautete: „Eine Dame erkennt man an ihren Stichen“, was bedeutete, dass Qualitätsarbeit glatte, gleichmäßige Stiche hatte. Die Quilt erfüllt höchste Ansprüche. Diejenigen, die es kürzlich aus der Nähe sahen, waren fasziniert von den Nähten und der Liebe zum Detail, jetzt zu sehen als Vintage-Wandbehang. Herr Peter Vogelreuter hat den Quilt aus dem Museum im Schloss Goldegg geholt, damit er auf der Jahrestagung 2023 des Salzburger Vereins in Halle, Deutschland, gezeigt werden konnte.

~ Claudia Christiansen

Bericht Vorstand

Jahrestreffen vom 09. – 12. Juni 2022 in Filzmoos

Bericht zum Jahrestreffen

Nach dem Ende des Gottesdienstes am Freitag wurden wir vor der Kirche vom Musikorchester Filzmoos empfangen, eine riesige Menschenmenge hatte sich dort versammelt. Erster Halt war der Felsen zum Toleranzberg, der durch die Vertreterin des Landeshauptmanns, Landtagsabgeordnete Elisabeth Huber und die Präsidentin des Salzburger Vereins e. V., Margrit Kempgen feierlich enthüllt wurde.
Damit war der Toleranzberg eröffnet. Der Zug bewegte sich nun in Richtung Festplatz.

Es folgten die Begrüßung durch Christian Salchegger und die Grußworte der verschiedenen Würdenträger der Geistlichkeit, des Landseshauptmanns durch Elisabeth Huber und der Gemeinde Filzmoos, sowie der zahlreich angetretenen Vereine.
Musikalische Einlagen gab es durch die TMK Filzmoos sowie den Chorissima Filzmoos. Was mich besonders berührt hat, war der musikalische Sketch einer Grundschulklasse über das heikle Thema Ausländerfeindlichkeit. Eingeübt von zwei Lehrerinnen. Ihnen gilt mein besonderer Dank.

Die Präsidentin des Salzburger Vereins Margrit Kempgen sprach das vorstehende Grußwort, das von den Anwesenden mit großer Anerkennung aufgenommen wurde. Nach dem Ökumenischen Segensgebet folgten die Ehrungen und Übergabe der Fahnenbänder von den Ehrendamen an die angetretenen Vereine, sowie die Überreichung der Blumensträuße an die Ehrengäste. Hiernach hatte ich die große Freude einem langjährigen Freund unseres Vereins eine vom Vorstand beschlossene Ehrung auszusprechen (siehe Foto links). Der Wortlaut der Urkunde lautet:

Der Salzburger Verein e. V. – Die Vereinigung der Nachkommen salzburgischer Emigranten trägt Herrn Christian Salchegger die Ehrenmitgliedschaft an.

Der Salzburger Verein würdigt mit diesem Beschluss — in Dankbarkeit — seine großen Verdienste für unseren Verein, die er durch fortgesetzte Unterstützung und Verbindung im Laufe von Jahrzehnten erwarb.

In diesem Rahmen leistete Christian Salchegger wichtige Hilfestellung bei der Organisation zahlreicher Veranstaltungen im Salzburger Land. Des Weiteren sorgte er stets für die Sichtbarmachung und historische Aufarbeitung der Salzburger Emigration. Zuletzt insbesondere bei der Verwirklichung des Toleranzberges.
Bielefeld/Filzmoos, den 10. Juni 2022

Im Namen des Vorstands
Margrit Kempgen Margot Bergmann
Präsidentin Vizepräsidentin

Die Präsidentin zeichnete Herrn Alois Hartinger, Filzmoos und Herrn Christian Salchegger, Bögrainhof (Foto rechts)mit der Silbernen Ehrennadel aus, in Dankbarkeit für ihren wertvollen Einsatz bei der historischen Aufarbeitung der Salzburger Emigration, insbesondere bei der Gestaltung des Toleranzberges.

Für die Mitglieder des Salzburger Vereins und geladene Ehrengäste folgte ein Empfang des Landeshauptmanns Dr. Wilfried Haslauer, in seiner Vertretung fungierten als Gastgeber Hofrätin Mag. Isabella Walcher und Landtagsabgeordnete Elisabeth Huber, im Hotel Bischofsmütze.
Am Sonnabend, dem 11.6.2022 folgte die Tagesausflugsfahrt in die Radstädter Tauern — Lungau — Turracher Höhe — Nockalmstraße. Dieser Tag war hervorragend vorbereitet und durchgeführt von Herrn Martin Dietrich. Die beiden Busse waren ein Geschenk der Landesregierung Salzburg. Auch dafür sagen wir herzlichen Dank.Die Präsidentin und ich haben nicht an der Tagesfahrt teilgenommen, stattdessen ha
ben wir Schwarzach und Goldegg besucht, um uns einen Überblick über den Zustand der Ausstellungen zu verschaffen.
Nach unserer Rückkehr nach Filzmoos besuchten wir das Oberhofmuseum. Wir hatten die große Freude von Hanni und Christan Salchegger eine persönliche Führung zu haben. Dieses Museum ist mit viel Liebe mit Exponaten aus mehreren Jahrhunderten bestückt worden. Bei der Führung konnten wir feststellen, wie viel den beiden dieser Ort bedeutet, viel Herzblut steckt darin. Danke dafür!
Am Abend nahmen wir Abschied von Filzmoos mit einem Abendessen im Hotel und anschließendem gemütlichem Beisammensein.
An dieser Stelle sagen wir Dank an alle, die mitgeholfen haben, dieses Jahrestreffen zu einem Erlebnis zu machen. Hierzu gehört auch das Team der Bischofsmütze, das uns hervorragend untergebracht und versorgt hat.

Margot Bergmann