Hinter uns liegt ein in regelmäßigen Abständen stattfindendes Hofer-Familientreffen. Vom 14. -17. Mai 2015 trafen sich Nachkommen der 1732 aus Salzburg ausgewiesenen Exulantenfamilie Hofer aus ganz Deutschland am Oberhof in Filzmoos. Erfreulich, dass die Teilnehmerzahl nicht abnimmt, weil jüngere Hofer-Familiennachkom-men wieder hinzukommen.
Viele reisen schon mit unserem gemieteten Omnibus von Warburg/Kassel und genießen die Fröhlichkeit und Geselligkeit auf Hin- und Rückfahrt. Weiterlesen
Es geht voran mit der Sanierung der Salzburger Kirche in Gumbinnen. Die Bauarbeiten haben begonnen und die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ist gesichert
Das verdanken wir zu einem großen Teil Ihnen liebe Spender und Spenderinnen. Durch die vielen kleinen und großen Beträge der letzten Monate konnte die Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen ihren Beitrag zu dieser historisch wichtigen Aufgabe leisten. Weiterlesen
Die Salzburger Kirche in Gumbinnen/Gusev braucht unsere Hilfe. Knapp zwanzig Jahre nach der Wiedererrichtung sind erhebliche Sanierungsarbeiten dringend geboten.
1752 wurde die erste Salzburger Kirche in Gumbinnen erbaut. Mit dem bereits 1740 gegründeten Salzburger Hospital blieben beide Einrichtungen bis 1945 wesentliche Kristallisationspunkte kultureller Identität der salzburgischen Ostpreußen. 1838 war die erste Salzburger Kirche baufällig geworden und wurde abgerissen. 1840 wurde der Nachfolgebau als einer der letzten Bauten aus der Werkstatt des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel in der für ihn und für Preußen so typischen Handschrift errichtet. 1931 wurde dieser Bau umfassend renoviert – damals also erst nach etwa 90 Jahren. Im Januar 1945 wurde die Kirche durch Kriegseinwirkung, einschließlich des Verlustes des Turms, stark beschädigt. Fortan wurde die notdürftig wieder hergerichtete Ruine in der Zeit der sowjetischen Militärverwaltung im Königsberger Gebiet als Schuppen für den Straßenbau verwendet.
1995 wurde die Salzburger Kirche auf Initiative der in den 1950er Jahren in Bielefeld neu gegründeten Salzburger Vereinigungen als einzige Kirche in Gusev vollständig wieder aufgebaut und am Reformationstag, dem 31. Oktober, feierlich eingeweiht. Seitdem dient sie der evangelisch- lutherischen und reformierten russischen Bevölkerung von Stadt und Kreis Gusev als Kirche und Gemeindezentrum. Heute ist sie Bestandteil der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) und unterliegt dem Denkmalschutzrecht der Russischen Föderation.
Ein Jahr nach dem großen Jubiläumsprogramm zum 350. Geburtstag von August Hermann Francke im Jahr 2013 fand im März dieses Jahres eine weitere Francke-Feier statt. Den Auftakt des Jahresprogramms 2014 „Verantwortung. Lernen-Tragen-Teilen“ bildete der Festvortrag von Prof. Alfred Grosser, einem der besten Kenner der europäischen Politik und langjährigem Freund der Franckeschen Stiftungen in Halle. Er war wie kein anderer berufen, die politische Geschichte des alten Europas bis heute unter dem Blickwinkel der Verantwortung zu reflektieren.
2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. In deutscher Kaisertreue waren auch die Schüler und Lehrer der Stiftungen in diese umfassende europäische Katastrophe einbezogen. Eine Kabinettausstellung in der Historischen Bibliothek zeigt wie stark der Krieg auf die Stiftungen einwirkte. Der Zusammenbruch des Kaiserreichs bedeutete auch eine Zäsur für die Franckeschen Stiftungen. Die unmittelbare Nachkriegsgeschichte zwang die Einrichtung unter großen materiellen und historisch-psychologischen Schwierigkeiten zu einer Neuorientierung in der Weimarer Republik. Weiterlesen
Vom 4. bis 15. Dezember 2013 unternahm eine Gruppe von acht Mitgliedern der Georgia Salzburger Society eine ausgedehnte Deutschlandreise. Vince Exley, der Leiter der Gruppe und neuer Präsident der Vereinigung, hat darüber den nachfolgenden Bericht verfasst.
Auf den Spuren der Vorfahren
Zwölf Dezembertage in Deutschland
Von Vince Exley, Präsident der Georgia Salzburger Society
Die Reise war wunderbar! Sie war aufregend und angefüllt mit erinnerungswürdigen Erfahrungen. Sie brachte uns zu den Orten unserer geschichtlichen und familiären Ursprünge. Unsere 12-Tages-Reise wurde durch viele Freunde entlang des Weges, die uns in vielerlei Form halfen, etwas ganz Besonderes. Dazu kam noch ein weiteres bei einer Deutschlandreise im Dezember: die herrlichen Weihnachtsmärkte und mit ihnen, auch ein neues Erlebnis für uns, die Freude am Glühwein! Beim ersten Schluck dieses Getränks rief jemand von uns spontan aus: „Das ist gut! Sehr gut!“ Und ja, das war es wirklich.
1911 wurde der Salzburger Verein e.V. als Vereinigung der Nachkommen salzburgischer Emigranten in Gumbinnen / Ostpreußen gegründet. 1912 war die Gestaltung des Fresko an Prof. Otto Heichert, von der Kunstakademie in Königsberg, durch die Gumbinner Verwaltung in Auftrag gegeben worden, zum 10-jährigen Jubiläum des Neubaus des Gymnasiums Friedrichschule und zum 180. Jahrestag der Einwanderung der Salzburger nach Ostpreußen.
Das Bild zeigt den König mit einer kleinen Gefolgschaft. Der Treck mit den Vertriebenen steht erwartungsvoll vor ihm. Unter dem Fresko steht der Begrüßungssatz, der dem König zugeschrieben wird: „Mir neue Söhne, euch ein mildes Vaterland“.
In der Sowjetzeit wurde das Fresko in der ehemaligen Friedrichschule der heutigen Stadt Gusev grau übermalt und mit Lenin-Kopf und Sowjetfahne ausgestattet. Im Jahre 2009 wurde die Übermalung abgetragen und das darunter noch erhaltene Heigert-Fresko restauriert. Heute zählt das Fresko zu den Gusever Zeugnissen der Beiträge der Salzburger zur Entwicklung des nordöstlichen Ostpreußen und insbesondere der Stadt Gumbinnen.
Schraubmedaillen sind bereits seit 1587 nachweisbar. Es sind medaillonartige silberne Hüllen mit Bildeinlagen, die von ihrem Ursprung her auch Schraubtaler genannt wurden.
Die Bildinhalte von Schraubmedaillen wurden stark von dem zweihundertjährigen Jubiläum der Augsburger Konfession geprägt. Sie dienten von nun an überwiegend dem Gedächtnis religiöser und später auch politischer Ereignisse. Es waren grundsätzlich Einzel- oder in geringer Zahl gefertigte Stücke.
Erst 1730 brachte der Silberdrechsler Abraham Remshart aus Silberstadt Augsburg den ersten Bilderzyklus für Schraubmedaillen als farbig bedruckte runde Bildchen heraus und ging damit zu einer Serienfertigung über.
Die „Geschraufften Medaillen“ – so die zeitgenössische Bezeichnung – zur Emigrationsgeschichte gehören zu den schönsten Ausführungen dieser numismatisch-graphischenKleinkunst. Sie fanden weite Verbreitung.
In der Augsburger St. Annen-Kirche wird noch heute eines der bedeutendsten Bilddokumente zur Emigrationsgeschichte aufbewahrt. Das Album mit vielen farbigen Aquarellbildern erzählt von der Ankunft und dem Aufenthalt der Salzburger in Augsburg.
Die Bilder erinnern in ihrem Stil an handgemalte Augsburger Kinderbücher des 18. Jahrhunderts.
Die einzelnen Szenen werden in den Bildunterschriften erklärt. Die Genauigkeit dieser Texte wird durch Chroniken und Tagebücher bestätigt.
So lautet die Bildunterschrift (auszugsweise) hier:
Hier wird der innere Theil von der St. Anne-Kirche selbsten vorgestellet, wie denen Saltzburger Emigranten daselbst das Wort Gottes gepredigt wird …
… bei welchen sämtlichen Gottesdiensten eine ungemeine Menge Zuhörer und meistentheils der gesamte Evangelische Magistrat zugegen war …
König in Preußen, Kurfürst von Brandenburg, geboren im August 1688 als zweiter Sohn des ersten Königs von Preußen, Friedrich I, bestieg den Thron im Jahre 1713 im Alter von 25 Jahren. Er schaffte die kostspielige Hofführung seines Vaters ab und formte Preußen zu einem sparsam wirtschaftenden und besser verwalteten Staatswesen um. Dabei galt seine besondere Vorliebe dem Militär.
Seit Ende des 30-jährigen Krieges, der das Kurfürstentum Brandenburg verheerend heimsuchte und durch den es nahezu die Hälfte seiner Bevölkerung verlor, setzte unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm ab 1650 eine bewusst betriebene Bevölkerungspolitik ein. Neben vielen Zuwanderern aus deutschen Regionen spielten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zunächst Niederländer und französische Hugenotten zahlenmäßig eine Hauptrolle. Den Zuwanderern wurden weitgehende Privilegien zugestanden. Das wirtschaftliche Interesse Brandenburg-Preußens stand dabei förderlicher Übereinstimmung mit den gemeinsamen protestantischen Bekenntnissen.
Als der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I die Einladung an die evangelisch-lutherischen Salzburger aussprach, handelte er damit in der Tradition der Landesentwicklungspolitik seiner Vorgänger.
In dem Einladungspatent von Februar 1732 heißt es:
„Wir König Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König in Preußen etc., tun kund und fügen hiermit zu wissen, daß wir aus Christ-Königlichem Erbarmen und herzlichem Mitleiden gegen Unsere in dem Ertz-Bischoftum Salzburg auf das heftigste bedrängte und verfolgte Evangelische Glaubens-Verwandte,… Die hilfreiche und mildreiche Hand zu bieten und zu solchem Ende dieselbe in Unsere Lande aufzunehmen, und in gewissen Ämtern Unseres Königreiches Preußen unterzubringen und zu versorgen Uns resolvieret haben … und ihnen auch bei ihrer Etablierung in Preußen alle diejenigen Freiheiten, Privilegien, Rechte und Gerechtigkeiten, welche andere Kolonisten daselbst kompetieren und zustehen, ebenfalls zugutekommen sollen.“
In Preußen hatte man anfangs mit höchstens 4.000 bis 6.000 Einwanderern aus Salzburg gerechnet. Bald war klar, dass es vielmehr würden. Daraufhin Friedrich Wilhelm I: „Sehr gut. Gott Lob! Was tut Gott dem Brandenburgischen Haus für Gnade! Denn dieses gewiß von Gott herkommt … und wenn es auch gleich zehntausend wären!“ Es wurden schließlich fast 20.000.
Bis zum 19. Jahrhundert war es vorwiegend hochstehenden Persönlichkeiten oder wohlhabenden Bürgern vorbehalten, sich malen zu lassen. Dennoch gibt es einige Bildnisse von „einfachen“ Salzburger Emigranten. Die Gemahlin Friedrich Wilhelm I. , Sophie Charlotte von Braunschweig-Lüneburg, war von den in Berlin durchziehenden Emigranten so beeindruckt, dass sie den preußischen Hofmaler Antoine Pesne beauftragte, einige Salzburger zu porträtieren.
So entstand das zauberhafte Gemälde der achtzehnjährigen Elisabeth Oberbüchler aus St. Johann im Pongau, das heute mit den Bildnissen eines alten bärtigen Salzburgers und einer alten Salzburgerin im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig hängt.
Ölgemälde von Antoine Pesne, 14. August 1732 (Herzog Anton-Ulrich Museum, Braunschweig)
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