Salzburger aus Georgia auf Deutschlandtour

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Vom 4. bis 15. Dezember 2013 unternahm eine Gruppe von acht Mitgliedern der Georgia Salzburger Society eine ausgedehnte Deutschlandreise. Vince Exley, der Leiter der Gruppe und neuer Präsident der Vereinigung, hat darüber den nachfolgenden Bericht verfasst.
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Auf den Spuren der Vorfahren
Zwölf Dezembertage in Deutschland
Von Vince Exley, Präsident der Georgia Salzburger Society

Die Reise war wunderbar! Sie war aufregend und angefüllt mit erinnerungswürdigen Erfahrungen. Sie brachte uns zu den Orten unserer geschichtlichen und familiären Ursprünge. Unsere 12-Tages-Reise wurde durch viele Freunde entlang des Weges, die uns in vielerlei Form halfen, etwas ganz Besonderes. Dazu kam noch ein weiteres bei einer Deutschlandreise im Dezember: die herrlichen Weihnachtsmärkte und mit ihnen, auch ein neues Erlebnis für uns, die Freude am Glühwein! Beim ersten Schluck dieses Getränks rief jemand von uns spontan aus: „Das ist gut! Sehr gut!“ Und ja, das war es wirklich.


Wir waren eine Reisegruppe von acht Personen, alles Mitglieder der Georgia Salzburger Society, und alle Nachfahren von entweder Bartholomäus Rieser und seiner Frau Maria, geb. Zugeisen, Salzburger Exulanten, die aus dem Gasteiner Tal nach Georgia kamen, oder von Christoph Rothenberger, der aus Leogang aus dem Pinzgau kam. Wir haben alle zugleich auch schwäbische Vorfahren aus der Gegend um Ulm, die sich gemeinsam mit den Salzburgern in Ebenezer niederließen. Vier Mitglieder der Gruppe stammen auch von Conrad Rahn ab, der 1750 nach Ebenezer kam und dessen Vater, Georg Rahn, in Rainrod nahe Schotten im Vogelsberg in Hessen geboren wurde. Auf unserer Reise in Deutschland konnten wir alle Herkunftsorte unserer deutschen Vorfahren besuchen.

Am Morgen des 4. Dezember 2013 kamen wir von Atlanta, Georgia, USA, in Frankfurt am Main an. Vom Flughafen fuhren wir mit der Deutschen Bahn zunächst nach Ulm, wo wir vier Tage blieben. Von Ulm aus besuchten wir einige nahe gelegene kleinere Städte, von denen aus Vorfahren entweder ausgewandert waren um sich in Georgia anzusiedeln, oder in denen sie früher lebten: Niederstotzingen (Familien Buntz und Öchslin/Exley), Bergenweiler (Familien Paulitsch und Biddenbach), Sontheim an der Brenz (Angelica Heck, die Christoph Öchslin heiratete), Ballendorf (Öchslin / Scheraus), Bermaringen (Scheraus) und Temmenhausen (Scheraus). Wir machten auch Halt in Giengen an der Brenz, um das Steiff-Museum zu besuchen, in dem Leben und Werk von Margarete Steiff vorgestellt werden, die vor über hundert Jahren begann, Stofftiere herzustellen, zu denen der in aller Welt bekannte „Teddybär“ gehörte.

Bei unserem Aufenthalt in Ulm trafen wir im Stadtarchiv Frau Dr. Marie-Kristin Hauke, die ein Buch über die Auswanderer des 18. Jahrhunderts aus der Ulmer Region: „Aufbruch von Ulm entlang der Donau (2012)“ geschrieben hat. Einen Abend verbrachten wir mit Herrn Friedrich Wollmershäuser, einem herausragenden Genealogen, der einer Reihe unserer Georgia-Familien in den letzten zwei Jahrzehnten sehr geholfen hat. Einen Tag lang machten wir einen Ausflug nach Augsburg zu langjährigen Freunden der Georgia Salzburger, Herrn Dr. Rudolf und Frau Heike Freudenberger. In Augsburg besuchten wir die Staats- und Stadtbibliothek, um uns alte Bücher und Aufzeichnungen über die Salzburger anzusehen. Vor unserer Rückfahrt nach Ulm machten wir noch einen Besuch in der St. Annenkirche, der geistlichen Heimat der Georgia Salzburger. Von St. Anna aus wurden die Reisegruppen der Salzburger nach Georgia organisiert.

Von Ulm fuhren wir mit der Deutschen Bahn nach Halle an der Saale, wo wir drei Tage blieben. In dieser Stadt mit ihren reichhaltigen geschichtlichen Bezügen begann es mit einem privaten Abendessen bei Herrn Dr. Thomas Müller-Bahlke, dem Direktor der Franckeschen Stiftungen, und seiner Frau Anna. Es war ein denkwürdiger gemeinsamer Abend bei guter Bewirtung und mit guten Gesprächen. In Halle besuchten wir die Franckeschen Stiftungen, geführt von Herrn Archivar Dr. Jürgen Gröschl, der auch die ausgezeichnete Ausstellung in der historischen Bibliothek mit alten Büchern und Dokumenten über die Bezüge zu den Georgia-Salzburgern gestaltet hat.

Von Halle aus machten wir eine Tagesfahrt nach Berlin, wo uns Herr Bruno und Frau Ingrid Berger besonders freundlich im Hauptbahnhof empfingen. Die Gastfreundschaft der Bergers war wunderbar. Wir machten ein Gruppenfoto vor dem Brandenburger Tor und mit Hilfe des Salzburger Vereins unternahmen wir eine geführte Rundfahrt durch die Stadt, um einige der Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.
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Unser nächster Halt war Bielefeld, wo wir am Bahnhof von Frau Margot Bergmann mit einem weiteren wundervollen Willkommen begrüßt wurden. In Bielefeld, dem Sitz unseres Schwestervereins, fühlten wir uns wie bei einem Familienbesuch. Am Abend der Ankunft wurden wir von Frau Bergmann und Frau Farthmann wunderbar in der Pongauer Stube des Wohnstifts Salzburg mit einem besonders schmackhaften Abendessen bewirtet. Bei heiteren freundschäftlichen Gesprächen verging die Zeit im Fluge. In Bielefeld besichtigten wir auch das Wohnstift Salzburg und die Geschäftsstelle des Salzburger Vereins. Während des Besuchs konnten wir Frau Bergmann unsere Anerkennung und Wertschätzung für ihre über die Jahre freundschaftlich gestalteten Begegnungen mit den Georgia-Salzburgern zum Ausdruck bringen, die sie Besuchergruppen aus Georgia entweder in Vereinstreffen in Bielefeld oder in Berlin und Halle bereitet hat. In Anerkennung für alles, was sie für die Georgia-Salzburger getan hat, war es uns eine Freude, ihr die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft in der Georgia Salzburger Society zu überreichen.

Von Bielefeld aus fuhren wir mit einem Kleinbus des Wohnstifts Salzburg nach Gießen an der Lahn. Herr Vdovic war ein umsichtiger Fahrer, der uns noch sicher bis nach Meinz bringen sollte. In unserem Hotel wurden wir vom Präsidenten des Salzburger Vereins, Herrn Jürgen Schroeter, und seiner Frau Ursula ein weiteres Mal sehr freundlich begrüßt. Nach dem Belegen der Zimmer hatten wir ein gutes Abendessen bei freundschaftlicher Unterhaltung.

Von Gießen aus begleiteten uns Jürgen und Ursula Schroeter weiter Richtung Osten in den nahe gelegenen Hohen Vogelsberg, um das Dorf Rainrod bei Schotten zu besuchen, ein schönes altes Dorf mit vielen gepflegten Fachwerkhäusern. Wie schon zuvor erwähnt, galt unser Interesse hier dem Ort, in dem der Vater von Conrad Rahn geboren wurde. Heute stellen dessen Nachkommen die an Zahl größten deutschstämmigen Familien in Georgia dar. Wir danken Jürgen und Ursula sehr für die Vorbereitung des Besuchs in Rainrod, wo wir mit einigen Vertretern des Ortes zusammentreffen konnten, die uns mit großer Gastfreundlichkeit empfingen und mit uns auch einen ausgedehnten Spaziergang durch Rainrod unternahmen.

Den Abschluss unserer Reise bildete ein Tag in Mainz, an dem uns Jürgen und Ursula weiter begleiteten
und uns mit wichtigen Sehenswürdigkeiten vertraut machten. Am 15. Dezember fuhren wir zum Frankfurter Flughafen, um nach Hause zurück zu fliegen. Die Reise entsprach unseren Erwartungen voll und ganz. Alle Beteiligten werden noch lange an diese schönen zwölf Dezembertage in Deutschland denken.

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